Praktischer Leitfaden zur richtigen Fussmessung für Barfussschuhe

⏱ Lesezeit: ca. 5 – 7 Minuten

Barfussschuhe funktionieren etwas anders als klassische Schuhe.

Sie sollen dem Fuss mehr Freiheit, natürlichen Bewegungsraum und ausreichend Platz für die Zehen bieten. Deshalb reicht bei Barefoot-Schuhen die gewohnte Schuhgrösse oft nicht aus.

Viele Menschen stellen beim Einstieg in die Barfusswelt fest, dass sie plötzlich:

  • mehr Platz für die Zehen brauchen,
  • eine andere Fussform haben als gedacht,
  • oder dass bisherige Schuhe eigentlich zu eng waren.

Das ist völlig normal.

Jeder Fuss ist einzigartig – nicht nur in der Länge, sondern auch in der Breite, Zehenform, Spannhöhe oder Fersenform. Gleichzeitig verwendet jede Barfussmarke unterschiedliche Leisten und Schnitte. Deshalb kann es vorkommen, dass Ihnen bei einer Marke Grösse 39 perfekt passt, während Sie bei einer anderen Marke eine andere Grösse oder einen anderen Schnitt benötigen.

Eine richtige Messung hilft dabei:

  • die passende Grösse besser auszuwählen
  • geeignete Modelle einfacher zu finden
  • Druckstellen und Fehlkäufe zu vermeiden
  • den natürlichen Komfort beim Gehen zu unterstützen

Besonders bei Kindern ist regelmässiges Messen wichtig, da Kinderfüsse schnell wachsen und sich entwickeln.

Überblick über die Messungen
Häufige Fehler beim Messen

Wann sollten Sie die Füsse messen?

Am besten am Abend oder nach einem aktiven Tag

Im Laufe des Tages werden die Füsse durch Bewegung und Belastung leicht breiter und manchmal auch etwas grösser. Deshalb empfehlen wir, die Füsse am Abend oder nach einem aktiven Tag zu messen.

So vermeiden Sie, dass die Schuhe später drücken oder zu eng werden.


Immer im Stehen messen

Die Füsse sollten immer im Stehen und mit voller Belastung gemessen werden. Unter dem Körpergewicht verbreitet und verlängert sich der Fuss leicht – das ist ganz natürlich.

Beim Messen:

  • stehen Sie gerade
  • halten Sie die Füsse leicht auseinander
  • verteilen Sie das Gewicht gleichmässig auf beide Füsse
  • lassen Sie die Knie locker

Beide Füsse messen

Oft unterscheiden sich rechter und linker Fuss leicht in Länge oder Breite.

Für die Grössenwahl orientieren Sie sich immer am grösseren Fuss.


Möglichst ohne Socken messen

Wir empfehlen, die Füsse Barfuss zu messen. Normale Socken können die Zehen leicht zusammendrücken und die natürliche Fussform verändern.

Falls Barfuss nicht möglich ist, empfehlen wir Barfusssocken mit genügend Zehenfreiheit.


Entspannt stehen

Für möglichst natürliche Messergebnisse empfehlen wir, entspannt und locker zu stehen – ohne die Zehen anzuspannen oder die Knie zu versteifen.


Was benötigen Sie zum Messen?

Für die Fussmessung brauchen Sie keine speziellen Hilfsmittel.

Empfohlen werden:

  • Papier / Schachtel
  • Bleistift
  • festes Lineal
  • eventuel Buch
  • PLUS12 oder Clevermess

Schon wenige Millimeter können die Grössenwahl beeinflussen.

Weiche Massbänder können sich leicht verziehen oder ungenau sein. Schon wenige Millimeter Unterschied können die Grössenwahl beeinflussen.

Ein festes Lineal liefert meist genauere Ergebnisse.


Fusslänge richtig messen

Schritt für Schritt

1️⃣ Papier auf den Boden legen

Stellen Sie den Fuss natürlich und entspannt auf das Papier.

Je nach Fussform und natürlicher Fussachse die Messlinien leicht unterschiedlich verlaufen.

Optional kann eine Schachtel, ein Buch oder eine gerade Kante kann helfen, die Messung stabiler und entspannter durchzuführen.

2️⃣ Natürlich stehen

Beide Füsse voll belasten und natürlich stehen.

Die Knie sollten locker bleiben und die Zehen nicht angespannt werden.

3️⃣ Längsten Punkt markieren

Markieren Sie:

  • die Mitte der Ferse
  • den längsten Zeh

Der längste Zeh ist nicht immer der grosse Zeh.

4️⃣ Länge messen

Messen Sie die Länge in einer geraden Linie von der Fersenmitte bis zum längstem Zeh.

5️⃣ Beide Füsse messen

Orientieren Sie sich immer am grösseren Fuss.


Breite gerade zwischen den Punkten messen

Die Breite ist bei Barfussschuhen genauso wichtig wie die Länge.

Gemessen wird an der breitesten Stelle des Vorderfusses – im Bereich der Zehengrundgelenke.

So geht’s:

  • immer im Stehen messen
  • volle Belastung auf beiden Füssen
  • breiteste Innen- und Aussenseite markieren
  • Breite gerade zwischen den Punkten messen

Messung mit einer Schachtel

Eine Schachtel oder gerade Kante kann helfen:

  • die Länge einfacher zu markieren
  • die Breite zu erkennen
  • und natürlicher zu stehen als direkt an der Wand

❌ Zehen nicht anspannen oder krallen.

👌 Die Füsse locker und natürlich stehen lassen.

Für möglichst natürliche Messergebnisse emfehlen wir, entspannt und gleichmässig auf beiden Füssen zu stehen.


Bei Barfussschuhen spielen nicht nur Länge und Breite eine Rolle

Bei Barfussschuhen spielt nicht nur die Länge oder Breite eine Rolle.

Wichtig sind oft auch:

  • dominanter Grosszeh
  • längerer zweiter Zeh
  • „flossenförmiger“ Fuss
  • schmale Ferse
  • hoher oder niedriger Spann

Jede Marke passt deshalb etwas anders.


Barefoot ist nicht nur eine Grösse

Beim Wechsel zu Barfussschuhen merken viele Menschen, dass sich ihre Füsse mit der Zeit verändern können.

Die Zehen erhalten mehr Platz, die Fussmuskulatur beginnt aktiver zu arbeiten und der Fuss kann wieder natürlicher funktionieren.

Deshalb ist es ganz normal, dass sich:

  • die bevorzugte Schuhweite verändert,
  • andere Modelle besser passen,
  • oder plötzlich mehr Platz für die Zehen angenehm ist.

Jeder Fuss entwickelt sich individuell.


Mehr Platz bedeutet nicht automatisch besser

Zu wenig Platz kann die Zehen einengen und den natürlichen Bewegungsablauf beeinflussen.

Zu grosse Schuhe sind jedoch ebenfalls nicht ideal, da der Fuss an Stabilität verlieren kann.

Deshalb ist die richtige Balance wichtig.


Was bedeutet „Zugabe“ oder „Mehrraum“?

Die Zugabe ist der freie Platz vor den Zehen, den der Fuss beim natürlichen Gehen benötigt.

Die ideale Zugabe hängt ab von:

  • Alter
  • Erfahrung mit Barfussschuhen
  • Schuhtyp
  • Fussform
  • persönlichem Komfortgefühl

Jeder beginnt anders

Der Umstieg auf Barfussschuhe ist sehr individuell.

Manche Menschen fühlen sich sofort wohl, andere brauchen etwas mehr Zeit. Es gibt dabei kein „richtig“ oder „perfekt“.

Wichtig ist vor allem, dass sich Ihre Füsse wohlfühlen, genügend Platz haben und sich natürlich bewegen können.


Jeder Fuss ist einzigartig

Es gibt keine eine perfekte Barfussgrösse und keinen einzigen Schuh, der für alle passt.

Jeder Fuss ist anders – und genau deshalb lohnt es sich, sich Zeit für das richtige Messen zu nehmen. Denn nicht nur die Länge spielt eine Rolle, sondern auch Breite, Fussform, Spannhöhe und persönliches Wohlgefühl.

Besonders beim Wechsel zu Barfussschuhen verändert sich oft auch das eigene Empfinden. Viele Menschen entdecken erst mit der Zeit, wie angenehm natürlicher Zehenraum und mehr Bewegungsfreiheit wirklich sein können.

Wichtig ist nicht Perfektion, sondern ein gutes und natürliches Gefühl beim Gehen.

Wenn Sie unsicher sind, helfen wir Ihnen gerne bei der Auswahl passender Modelle – abgestimmt auf:

  • Fusslänge
  • Fussbreite
  • Fussform
  • Spannhöhe
  • Erfahrung mit Barfussschuhen

Denn jedes Paar Füsse verdient genügend Platz für natürliche Bewegung.